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Irak: Chronik eines angekündigten
Krieges
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[Presse- und Agenturmeldungen
zum Thema / nach Meldedatum]
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11.08.2000
ZNet-Kommentar vom 11.08.2000 /
Der Kommentar befasst sich mit der Schurkenstaaten-Theorie, die
in den Vereinigten Staaten erfunden und erst vor kurzem zugunsten
der Theorie der "states of concern" fallen gelassen wurde - wodurch
sich in der praktischen Außenpolitik aber nichts Wesentliches
ändern wird. Schurkenentfernung als offizielle US-Außenpolitik.
[siehe auch http://www.zmag.org/CrisesCurEvts/Iraq/IraqCrisis.htm
]
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27.07.2001
STRATFOR, United States Weighs Strike on Iraq, (STRATFOR, 27.07.2001)
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12.10.2001
Elaine Sciolino, Some Pentagon Officials and Advisers seek to
Oust Iraq's Leader in War's Next Phase,
(New York Times
, 12.10.2001). [Zu den 18 Mitgliedern gehören u.a. Harold
Brown, Newt Gingrich, Admiral a. D. David E. Jeremiah, Henry A.
Kissinger, Dan Quayle, James R. Schlesinger und James Woolsey.]
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23.10.2001
Anne Usher, Former CIA chief: 'Iraq was involved in terror attacks',
(Independent, 23.10.2001)
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02.12.2001
Peter Beaumont, Secret US plan for Iraq war - Bush orders backing
for rebels to topple Saddam, (Observer,
02.12.2001)
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02.12.2001
Observer: The Iraq debate
David
Rose: The case for tough action against Iraq
see more at Observer Special
report: Iraq
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02.12.2001
Observer: The Iraq debate
Will
Iraq be next? What the experts say
see more at Observer Special
report: Iraq
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02.12.2001
Observer: The Iraq debate
Secret
US plan for Iraq war
see more at Observer Special
report: Iraq
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16.12.2001
Observer: The Iraq debate David
L Mack: Iraq after Saddam
see more at Observer Special
report: Iraq
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23.12.2001
Observer: The Iraq debate
Saddam's
henchmen 'ordered crowds to greet MP in Iraq'
see more at Observer Special
report: Iraq
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11.01.2002
Walter Pincus, U.S. Alters Estimate of Threats Non-Missile Attacks
Likelier,
(Washington Post
, 11.01.2002), S. A1.
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13.01.2002
Die saudische Regierung lässt den wirtschaftlichen Beziehungen
mit Irak - dem Embargo und den USA zum Trotz - erhebliche Spielräume.
Für das Jahr 2001 wird das Handelsvolumen zwischen Irak und Saudi-Arabien
auf mehr als eine Milliarde US-Dollar geschätzt, so ein Mitarbeiter
des deutschen Orient-Institutes in Hamburg. "Der Irak ist ein
arabisches Land und hat das Recht, Versöhnung unter den Arabern
zu verlangen" (Süddeutsche Zeitung,
31.01.02), sagte Kronprinz Abdallah, der Regent Saudi-Arabiens.
Besonders "gelte dieses Recht im Hinblick auf sein Land und auch
auf Kuwait".
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17.01.2002
Wie die (FAZ am 17.01.02) berichtete, "ist
Russland jetzt der größte Handelspartner des Irak und kontrolliert
über seine Energieunternehmen schon rund ein Drittel des lukrativen
Ölexportmarktes dieses arabischen Landes. Wie die Zeitung `Washington Post´
am Mittwoch unter Berufung auf vertrauliche Zahlen der Vereinten
Nationen (UN) berichtete, soll Moskau allein in den vergangenen
sechs Monaten Verträge mit Bagdad im Wert von 1,4 Milliarden Dollar
geschlossen haben und damit sowohl Frankreich als auch Ägypten
übertroffen haben".
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21.01.2002
US-Angriffe auf die irakische Luftverteidigung: Südirak / Flak-Stellung
[Bradley Graham, U.S. Planes Hit Antiaircraft Site in Iraq, (Washington Post, 22.01.2002,
S. 12)]
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22.01.2002
Bradley Graham, U.S. Planes Hit Antiaircraft Site in Iraq, Washington Post, 22.01.2002,
S. 12. Vgl. ami 4/1999, S. 25-32; ami 8-9/1999, S. 33-40.
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29.01.2002
Vladimir Zinovyevich Dvorkin, Status and Development Prospects
of Missile Weapons in Third World Countries, Moscow Yadernyy Kontrol, 29.01.2002, S. 43ff.
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04.02.2002
Staatssekretär Ludger Volmer (B90/Grüne) warnte die USA vor einem
Militärschlag mit den Worten: "Es gibt keine Anzeichen und keine
Beweise dafür, dass der Irak in den Terrorismus, über den wir
seit einigen Monaten reden, involviert ist" (dpa, 04.02.2002).
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04.02.2002
US-Angriffe auf die irakische Luftverteidigung:/ Nordirak / ?
[EFE, Mueren cuatro iraquíes en bombardeos de EEUU, El País, 05.02.2002]
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05.02.2002
Anthony J. Blinken, A Wake-Up Call to Friends to be Hard on Rogues,
Arabic
News, 05.02.2002
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06.02.2002
Am 6.2.2002 begann in der "New York Times"
ein Leitartikel mit den Worten: "Die CIA hat keinerlei Beweise
dafür, dass Irak seit nunmehr fast einem Jahrzehnt irgendwelche
terroristischen Operationen gegen die Vereinigten Staaten unternommen
hat". Die CIA, so hieß es weiter, sei zu der Überzeugung gelangt,
"dass Präsident Saddam Hussein keine chemischen oder biologischen
Waffen weder an die Al-Quaida noch an sonstige terroristische
Gruppen gegeben hat".
Die New York Times berichtete unter Berufung auf die CIA weiter,
dass "der Plan zur Ermordung von Präsident Bush Senior anlässlich
seines Besuches 1993 in Kuwait die letzte terroristische Operation
des Irak gegen die USA" gewesen sei. Nach CIA-Angaben sei der
angebliche Mordplan aufgedeckt und der Anschlag rechtzeitig verhindert
worden.
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09.02.2002
"Amerika mobilisiert Kurden" titelte der Spiegel am 09.02.2002
(S.125) und führte aus, dass bei einem Aufstand die dreieinhalb
bis vier Millionen irakischen Kurden in der nördlichen Schutzzone
"die Hauptlast" zu tragen hätten: "Um die strategisch wichtige
Allianz mit den Kurden zu sichern, versprachen US-Emissäre den
prominenten Kurdenführern Massud Barsani und Dschalal Talabani,
eine `international garantierte, nationale Heimstätte´ zu schaffen".
Diese würde die türkische Regierung gerne verhindern, ebenso die
iranische.
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10.02.2002
Aluf Benn, U.S. told: Israel will react to Iraqi Strike, Haaretz, 10.02.2002.
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13.02.2002
Warren P. Strobel / John Walcott, Bush planning to topple Hussein,
13.02.2002, http://www.philly.com/mid/inquirer/2661207.htm?template=conctentModules/printstory.jsp
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Chasradschi antwortete im Spiegel-Interview (47/2001, S.168)
auf die Frage: "Fordern Sie als Iraker etwa ernsthaft US-Bombenangriffe
auf das eigene Land?" mit: "Bei Gott, ich denke: ja. Die Zeit
ist reif". Die dänische Polizei hält Chasradschi derzeit faktisch
unter Hausarrest, weil die dänische Justiz ihn als Generalstabschef
für den Giftgasangriff auf die kurdische Stadt Halabdscha 1988
als Kriegsverbrecher verantwortlich macht. Der General blieb bis
1996 Berater Saddam Husseins, bis beide sich überwarfen.
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14.02.2002
Julian Borger, US targets Saddam - Pentagon and CIA making plans
for war against Iraq this year, Guardian, 14.02.2002.
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14.02.2002
Im Rahmen des Öl-für-Lebensmittel-Programms wurde in Nordirak
die Pipeline von Kirkuk über Mosuo nach Ceyhan in der Türkei wieder
eröffnet. Die türkische Erdölgesellschaft TPAO hat bereits Planungen
im Gange, Ölfelder im Nordirak zu erschließen (Die Zeit, 14.02.2002).
Vor allem russische, französische und chinesische Ölkonzerne haben
schon länger milliardenschwere Verträge über die Ausbeutung irakischer
Öl- und Gasfelder unterzeichnet. Insgesamt mehr als 60 ausländische
Ölunternehmen aus rund 30 Ländern der Erde zeigen ein großes wirtschaftliches
Interesse an einer Aufhebung des Embargos. Die irakische Regierung
möchte den Gewinn aus 25 neu zu erschließenden Ölfeldern mit Unternehmen
aus jenen Staaten teilen, die öffentlich für die Aufhebung von
Sanktionen eintreten. Auf der Länderliste der Vertragspartner
mit Irak fehlen bisher: die USA und Großbritannien [vgl. "Milliardenaufträge
aus Bagdad", FAZ, 13.01.98 "In den kommenden Wochen
wolle Rußland mehrere Resolutionen im Sicherheitsrat der Vereinten
Nationen (UN) mit dem Ziel einbringen, die Aufhebung der Irak-Sanktionen
zu erreichen. Moskau werde versuchen, vom Unwillen Bagdads abzulenken,
und statt dessen auf die humanitäre Lage im Irak hinweisen.
Was wie ein diplomatisches Ränkespiel aussehen mag, ist in Wirklichkeit
ein harter Kampf um Wirtschaftsinteressen im Irak. Das gilt zumindest
für drei der fünf ständigen Mitglieder des UN-Sicherheitsrats,
denn Rußland, China und Frankreich arbeiten auf die Aufhebung
der Irak-Sanktionen hin, während die Vereinigten Staaten und Großbritannien
diese beibehalten möchten. Russische, französische und chinesische
Ölkonzerne haben mittlerweile Verträge über die Ausbeutung irakischer
Öl- und Gasfelder unterzeichnet. Das - und nicht etwa die Bilder
vom Leid der irakischen Zivilbevölkerung - dürfte der wahre Grund
für das Aufweichen der einstigen antiirakischen Koalition sein."]
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14.02.2002
Im Falle eines Krieges gegen den Irak könnte die Türkei zum Aufmarschgebiet
und "Flugzeugträger" werden. Würde bei einem Sturz Saddam Husseins
der Irak zerfallen, könnte dies die kurdische Bevölkerung in Nordirak
ermutigen, einen eigenen Staat zu gründen. Dies wiederum würde
die Regierung in Ankara vermutlich nicht zulassen und gleichzeitig
womöglich versucht sein, die Kontrolle über den erdölreichen Norden
Iraks zu erlangen. Der türkischen Ökonomie hat das Embargo gegen
Irak bisher empfindlich geschadet. Bei einem neuen Krieg wäre
die Türkei zusätzlich durch massive Einbußen beim Tourismus betroffen.
Der bekannte türkische Kommentator Mehmet Ali Birand formulierte
deshalb sogar ein öffentliches Stoßgebet: "Wir flehen zu Allah,
dass Amerika den Irak nicht angreift" (Die
Zeit, 14.02.2002).
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20.02.2002
"Die Jahre nach 1991 zeigten, dass sich Saddam nicht in einen
gefügigen Paladin verwandeln ließ. Washington aber wollte die
Kontrolle über die Ölquellen", schrieb Heiko Flottau in der Süddeutsche Zeitung
(20.02.2002). Deshalb habe der Iraqi National Congress in London
gemeinsam mit der CIA und kurdischen Kräften in Erbil 1996 einen
Putsch geplant, der ebenso fehlschlug wie ein Umsturzversuch des
"Iraqi National Accord". Der im dänischen Exil lebende frühere
Generalstabschef der irakischen Armee, General Nisar al-Chasradschi
und der in Jordanien lebende Najib al-Salhi werden als mögliche
Nachfolger Saddam Husseins in den Medien genannt.
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21.02.2002
Carla Robbins, Head Of Weapons Team Draws Flak as Showdown Looms
with Bagdad, Wall Street Journal, 21.02.2002, S.
1.
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22.02.2002
Auf jeden Fall will Präsident George Bush bis zum Ende seiner
ersten Amtszeit im Januar 2005 Saddam Hussein los werden. [Rowan
Scarborough, White House Wants Saddam out of Power by 2005, Washington
Times, 22.02.2002, S. 1] Dennoch: Auch ein Angriffsbeginn
noch in diesem Jahr sollte von niemandem völlig ausgeschlossen
werden.
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23.02.2002
"Eine Verbindung zwischen den Terroristen des 11. September und
dem Bagdader Regime ließ sich bis auf einen vagen Kontakt des
Chefattentäters Mohammed Atta mit irakischen Geheimagenten in
Prag bislang nicht nachweisen", bilanzierte "Die Welt" am 23.02.2002. "Zwar ist
Saddam Hussein auch in der arabischen Welt nicht sonderlich beliebt,
aber im Irak lebt immer noch ein Brudervolk, was der Ägypter Amr
Mussa, Generalsekretär der Arabischen Liga, mit seinem Besuch
in Bagdad unlängst klar machte. Ein Angriff der amerikanischen
`Kreuzritter´ würde eine große panarabische Solidarität auslösen,
die gemäßigte Regime ins Wanken, wenn nicht zum Sturz brächte",
berichtete "Die Welt" am 23.02.2002.
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23.02.2002
Die von Barzani geführte Demokratische Partei Kurdistans/Irak
ebenso wie die Patriotische Union Kurdistans (PUK) unter ihrem
Chef Talabani "haben jetzt den Amerikanern bedeutet, sie seien
nicht bereit, im Zusammenhang mit dem Krieg gegen den internationalen
Terrorismus sich an einer amerikanisch geführten Militäraktion
gegen den Irak zu beteiligen" (FAZ, 23.02.02).Die PKK erklärte,
"sie werde ihre Tätigkeit fortan ganz auf den Irak konzentrieren.
Der Irak werde das Zentrum neuer Konstellationen und Strukturen
im Nahen Osten sein" (FAZ, 23.2.02). Ob die kurdische Bevölkerung
nach den Erfahrungen mit den USA sich noch einmal aufstacheln
lässt, mit dem Risiko, wie 1991 ebenso wie die Schiiten im Süden
von der US-Regierung im Stich gelassen zu werden und einen hohen
Blutzoll zu zahlen, ist ungewiss.
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23.02.2002
"In schwierigen Zeiten suchen die irakischen Schiiten Hilfe im
Iran", titelte die FAZ am 23.2.02. Mehr als die Hälfte
der rund 23 Millionen Iraker sind Schiiten, Saddam Hussein aber
Sunnit. Seit dem niedergeschlagenen Aufstand 1991 flohen bis in
die zweite Hälfte der neunziger Jahre "mehr als eine Viertel Million
Einwohner des Südiraks in andere irakische Orte oder ins Nachbarland
Iran", so die FAZ.
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24.02.2002
N.N., Bush und Blair wollen laut "Observer" über Krieg gegen Irak
beraten, dpa, 24.2.2002
[siehe auch War on Terrorism: Observer
special und Special
report- Iraq ]
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25.02.2002
Felix Kurz, Saddam's List, Der Spiegel,
25.2.2002, S. 53ff.
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27.02.2002
Als einer der ersten weist Herbert Kremp am 27.2.02 in der "Die Welt" darauf
hin:
"Die Bush-Doktrin wird sich in ihrer Entwicklung nicht auf die
Beseitigung der terroristischen Untergrundmächte und ihrer Helfer
beschränken. Ihre konsequente Verfolgung impliziert die Ausweitung
in drei Richtungen: Kaukasus bis zum Hindukusch;Verhinderung der
islamistischen Machtergreifung in Saudi-Arabien;Konzentration
des Interesses auf den Iran, Indien und China, wo neue Macht-
Agglomerationen entstehen." Kremp bescheinigte der Bush-Doktrin:
"Sie diktiert einen Verhaltenskodex am Rande der Unterwerfung".
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28.02.2002
US-Angriffe auf die irakische Luftverteidigung:US-Angriffe auf
die irakische Luftverteidigung: Nordirak / Flugabwehrstellung
[Reuters, Jets on Patrol Over Iraq Attack Air Defense Sites, Washington Post, 01.03.2002,
S. 18]
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28.02.2002
Studie der regierungsnahen Stiftung SWP
In einer Studie vom 28.02.2002 widerlegt die regierungsnahe Stiftung
Wissenschaft und Politik, Berlin die Propaganda der USA, wonach
der Irak drauf und dran wäre, den Westen oder gar die ganze Welt
mit neuen Massenvernichtungswaffen zu bedrohen. Wir dokumentieren
im Folgenden Auszüge aus der Analyse, die Volker Perthes verfasst
hat. Die Studie selbst ist im Internet unter der Adresse www.swp-berlin.org/ zu finden.
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28.02.2002
"Es gibt bis heute keine ernst zu nehmenden Beweise über eine
Förderung des muslimischen Terrorismus durch Irak. Der Präsident
des Bundesnachrichtendienstes, August Hanning, der israelische
und selbst der amerikanische Geheimdienst haben eingeräumt, dass
es keine konkreten Informationen gebe, die Saddam Hussein mit
den Terroranschlägen vom 11. September in Verbindung bringen.
Und auch Nato-Generalsekretär George Robertson erklärte dieser
Tage lakonisch: `Die Amerikaner haben erklärt, dass sie zurzeit
keine Informationen haben, nach denen eine Verbindung zwischen
Al Qaeda und Irak besteht´", schrieb Jürgen Todenhöfer, früherer
entwicklungspolitischer, dann abrüstungspolitischer Sprecher der
CDU/CSU (Frankfurter Rundschau, 28.02.2002).
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28.02.2002
Während seines Deutschland-Besuches Ende Februar 2002 kritisierte
der iranische Außenminister Charrasi "einen möglichen militärischen
Angriff gegen Irak, von dem der amerikanische Präsident bisher
niemals direkt gesprochen hat, ihn aber als Option erscheinen
lässt" (FAZ,
28.02.2002). Teheran habe "große Probleme" mit Bagdad,
mit dem Irak habe man "bittere Erfahrungen" gemacht, dennoch sei
eine Lösung "nur unter dem Dach der UN und nicht über militärische
Gewalt herbeizuführen". Für den Fall, dass Iran angegriffen werden
sollte, hatte Saddam Hussein dem Nachbarland seinen Schutz versprochen.
Sollten US-Emissäre weiterhin den Kurden im Norden Iraks Autonomieverprechungen
machen, könnte dies die iranische Regierung, die wegen der kurdischen
Bevölkerung auf eigenem Boden diese Autonomie fürchtet, stärker
zu einer Zusammenarbeit mit Bagdad bewegen.
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05.03.2002
Der ägyptische Präsident Mubarak warnte die USA eindringlich davor,
den Irak anzugreifen. "Wir müssen da sehr, sehr vorsichtig sein",
meinte Mubarak in einem Interview der Washington Post,
05.03.2002. Als im Februar 2001 Präsident Bush Irak bombardieren
ließ, hielt sich gerade eine hochrangige ägyptische Wirtschaftsdelegation
in Bagdad auf - in Washington interpretiert als Soldidaritätsgeste
Ägyptens mit Irak.
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08.03.2002
Der Präsident des "Irakischen Nationalkongresses" (INC), der im
Londoner Exil lebende Bankier Ahmed Chalabi, wird derzeit von
der US-Regierung für eine "Nach-Saddam-Hussein-Zeit" aufgebaut:
Durch einen längeren Aufenthalt in Washington ebenso wie beim
Aspen Institut in Berlin. Chalabi haftet allerdings der Makel
verschwundener Gelder in Höhe von ca. zwei Millionen US-Dollar
an, die von der US-Regierung eigentlich zur Stärkung der irakischen
Opposition eingesetzt hätten werden sollen (vgl.
Frankfurter Rundschau, 8.3.02).
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11.03.2002
Anthony Shadid, US Pursues Ex-Generals to Topple Iraq Leader,
BostonGlobe, 11.3.2002, S. 1
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14.03.2002
Zu Beginn der Nahost-Reise von US-Vizepräsident Dick Cheney machten
arabische Verbündete der USA deutlich, "dass eine Ausweitung des
so genannten Anti-Terror-Feldzuges gegen Irak nach ihrer Einschätzung
den gesamten Nahen und Mittleren Osten destabilisieren würde.
Mit einem Krieg gegen Irak könnten die USA ihre Erfolge in Afghanistan
gefährden, warnte der jordanische König Abdullah" (Frankfurter Rundschau,
14.3.02).
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14.03.2002
Patrick Smyth, Political unity in public on Iraq hides private
wrangles, The Irish Times, 14.3.2002
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14.03.2002
Trotz öffentlicher Bekundungen gegen einen US-geführten Irak-Feldzug
seitens der Bundesregierung verbleiben ABC-Spürpanzer in Kuwait.
Am 11.3.02 starteten vier Seefernaufklärer der Bundesmarine ins
kenianische Mombasa. Diese "sollen nach Überzeugung des Militärfachmanns
Frieder Bauer russische Atom-U-Boote am Horn von Afrika aufspüren.
... ein Grund für den Einsatz könnte sein, dass `ein Krieg gegen
Irak´ bevorstehe, sagte Bauer" (Frankfurter Rundschau, 14.3.02).
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15.03.2002
Außerdem wurden Meldungen lanciert, Anfang September 2001 hätte
sich im Nordirak eine radikal-islamische Gruppe namens Ansar al-Islam
etabliert, die von Mala Kreker geführt wird. Sie soll sich aus
rund 700 Gläubigen zusammensetzen: Iraker, Jordanier, Marokkaner,
Palästinenser und Afghanen. Außerdem werden der Gruppe Verbindungen
zur Al Qaida unterstellt. Kurdenführer Jalal Talabani erklärte:
"Ansar al-Islam ist so etwas ähnliches wie die Taliban. Es sind
Terroristen, die allen kurdischen Parteien den Krieg erklärt haben."
Seit dem 23. September 2001 soll es wiederholt zu bewaffneten
Zusammenstößen zwischen den kurdischen Peshmergas und des Mitgliedern
von Ansar al-Islam gekommen sein.
[Catharine Taylor, Taliban-style group grows in Iraq, Christian
Science Monitor, 15.3.2002]
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15.03.2002
Julian Borger, Iraq: the myth and the reality, Guardian, 15.3.2002
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17.03.2002
Marie Colvin, Saddam's arsenal revealed, Sunday Times, 17.3.2002.
Zu den Berichten der Überläufer siehe z.B.: Khidhir Hamza, Saddam's
Bombmaker - The Daring Escape of the Man who built Iraq's Secret
Weapon, New York, 2000.
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18.03.2002
Der Direktor des deutschen Orient-Instituts in Hamburg, Prof.
Udo Steinbach, rechnet mit einem baldigen Militärschlag gegen
Irak: "Die Attacke auf Bagdad sei nur noch eine Frage der Zeit.
Er rechne mit einem Schlag im Mai, sagte der Orient Experte. ...
Die Zahl der Opfer werde auf beiden Seiten `sehr hoch´ sein" (Mainzer Rhein-Zeitung, 18.3.2002).
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18.03.2002
"Das UN-Flüchtlingshilfswerk (UNHCR) bereitet sich bereits auf
einen möglichen US-Angriff auf Irak vor. Die Organisation habe
damit begonnen, Hilfsgüter ins iranische Grenzgebiet zu Irak zu
verlegen, sagte UNHCR-Sprecher Philippe Lavanchy am Sonntag in
Teheran. Dabei sollten Zelte, Decken und Küchengeräte für bis
zu 150 000 Flüchtlinge bereitgestellt werden" (Tagesspiegel,18.3.2002).
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18.03.2002
Präsident George Bush zählt den Irak zur "Achse des Bösen" und
erklärte im März 2002: "Ich werde einer Nation wie dem Irak nicht
erlauben, unsere Zukunft durch die Entwicklung von Massenvernichtungsmitteln
zu bedrohen. (..) Er ist ein Problem, und wir werden mit ihm fertig
werden."
[Rowan Scarborough, Girding for war with Iraq, Washington Times (WT), 18.3.2002]
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18.03.2002
Robert Fisk, Arab states united in rejecting attack on Saddam,
Independent, 18.3.2002
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18.03.2002
N.N., CIA Continues Preparations to Striking Iraq, Al-Bawaba,
18.3.2002
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25.03.2002
Presseerklärung von der Deutschen Kommission Justitia et Pax vom 25. März
2002 sowie eine ausführlichere Erklärung vom selben Datum zum
angekündigten US-Krieg gegen Irak.
/ Justitia et Pax gegen militärisches Vorgehen im Irak
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31.03.2002
Ende März kam ein Dossier des britischen Joint
Intelligence Committee (JIC) unter der Leitung von John
Scarlett zu dem Ergebnis, es gäbe keine ausreichenden Hinweise
darauf, daß Saddam Hussein in den internationalen Terrorismus
verwickelt sei. Weil sich mit solch einer Einschätzung kein Krieg
gegen den Irak rechtfertigen lässt, verbot Premierminister Tony
Blair die Veröffentlichung des Dokuments.
[Nicholas Rufford, Blair refuses to release dossier on Iraq threat,
Sunday Times, 31.3.2002,
http://www.sunday-times.co.uk/article/0..178-252706.00.html
]
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xx.03.2002
Egon Bahr: "Die erkennbare und beschlossene amerikanische Rüstungspolitik
stellt einen fundamentalen Angriff gegen die erklärten europäischen
Interessen dar". Dies "wird Europa nicht vor der Entscheidung
bewahren, ob es seine Streitkräfte als Schild Europas oder als
Schwert Amerikas auslegen will. Ob es sicherheitspolitisch Protektorat
bleiben oder selbstbestimmt werden will; ... Vasallen erstreben
das Lob der Protektoratsmacht, Partner respektieren und berücksichtigen
unterschiedliche Rollen", so Bahr (in: Wissenschaft
und Frieden, 3/02, S.15).
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01.04.2002
Dan Plesh, The US twists arms in the Middle East, New Statesman, 1.4.2002; vgl. ami 6/2002, S. 5-13
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14.04.2002
Patrick Smyth, Political unity in public on Iraq hides private
wrangles, The Irish Times,
14.4.2002. Downing wurde im Oktober 2001 von Präsident Bush zum
Terrorismusbeauftragten ernannt. Weil ihm die US-Politik gegenüber
dem Irak zu lasch erschien, trat Downing bereits am 27. Juni 2002
von seinem Amt zurück. Siehe: Thomas E. Ricks, Downing
Resigns as Bush Aide Anti-Terror Adviser, Washington Post, 28.6.2002,
S. A1.
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14.04.2002
Nicht erst seit dem 11. September 2001 steht der Irak ganz
oben auf der US-Liste der Feindstaaten. Ein Angriff auf den Irak
gilt als gleichbedeutend mit der "Phase 2" im weltweiten Anti-Terror-Krieg.
Während die Friedensbewegung zurecht darüber diskutiert, wie ein
US-Angriff gegen den Irak doch noch verhindert werden kann, [Clemens
Ronnefeld, Ist ein US-Feldzug gegen den Irak noch vermeidbar?
http://www.uni-kassel.de/fb10/frieden/regionen/Irak/ronnefeldt.html]
findet hinter verschlossenen Türen in den USA eine ganz andere
Debatte statt: Wie führt man den nächsten Golfkrieg siegreich
zu Ende? Anders als beim Golfkrieg 1991 haben die amerikanischen
Generäle diesmal den Befehl, Bagdad zu erobern und Saddam Hussein
zu töten.
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14.04.2002
Über die Erfolgsaussichten der verschiedenen Möglichkeiten das
Regime in Bagdad zu stürzen, wird hinter den Kulissen zwischen
den US-Behörden heftig gestritten. Da noch Klärungsbedarf besteht,
mußte der Zeitpunkt für einen Angriff auf den Irak verschoben
werden. Anfang des Jahres waren die Überlegungen innerhalb der
US-Regierung noch davon ausgegangen, man könne im Mai einen Kriegsausbruch
provozieren. Dann war über einen Angriffsbeginn im August oder
September 2002 spekuliert worden.
[N.N., U.S. Plans Attack between July and September, Middle East Newsline, http://www.menewsline.com/stories/2002/april/04_03_1.html
]
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15.04.2002
US-Angriffe auf die irakische Luftverteidigung: Südirak / Flugabwehrstellung
[Reuters, 15.4.2002]
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16.04.2002
N.N., US hawk ‚tried to sully Iraq arms inspector, Guardian,
16.4.2002
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17.04.2002
Michael Sirak, USA Looks to Expand Bases in Oman and Qatar, JDW,
17.4.2002
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22.04.2002
Am 22.4.02 berichtet die Frankfurter Rundschau, dass die US-Rüstungsindustrie
"einen Boom wie seit 20 Jahren nicht mehr" erlebt und führte aus:
"Sollten die Pläne für eine Militäroffensive gegen Irak wahr werden,
kann die US-Rüstungsindustrie auf weitere Wachstumsimpulse hoffen.
Rüstungsaktien sind nach Einschätzung von Experten in jedem Fall
auf längere Sicht eine sichere Anlage. Allein bei den vier Branchenriesen
Lockheed Martin, Northrop Grumman, Raytheon und General Dynamics
stiegen die Aktienwerte seit den Anschlägen vom 11. September
zusammen um 44 Prozent. Nicht nur, dass der Krieg kurzzeitig die
Produktion ankurbelt, indem Nachschub an Bomben, Ersatzteilen
und sonstigen Rüstungsgütern geliefert werden muss. Vor allem
ist es die Hoffnung auf eine längerfristige Serie lukrativer Aufträge,
die die Aktienkurse `dramatisch´ in die Höhe schießen lassen,
sagt Paul Nisbet von JSA Research, einem Forschungsinstitut der
Luftfahrtbranche. Der Afghanistankrieg hat die Waffenarsenale
an mancher Stelle weitgehend geleert, so dass jetzt erst einmal
nachgefüllt werden muss. So weitete Boeing in St. Charles/Missouri
den Schichtdient aus, um die Produktion von JDAM- Präzisionssystemen
für die `smart bombs´ anzukurbeln. Derzeit sind die Vorräte so
erschöpft, dass nach Meinung mancher Experten ein Angriff auf
Irak gar nicht möglich wäre". Im Herbst 2002 werden voraussichtlich
die Mindestmunitionsmengen für einen Irak-Krieg wieder erreicht
sein.
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26.04.2002
Rowan Scarborough, Size of Force On Ground Key In Plan For Iraq
War, WT, 26.4.2002, S. 1. Im Golfkrieg
1991 führten 720 alliierte Flugzeuge 112.000 Einsatzflüge durch.
Dabei wurden 38 Maschinen abgeschossen. Siehe: Albert A. Stahel,
Erkenntnisse und Lehren aus den Luftkriegen der 90er Jahre, Beilage
zur Allgemeinen Schweizerischen Militärischen
Zeitschrift, 3/2001, S. 15
-
28.04.2002
Thom Shanker, U.S. Envisions Blueprint On Iraq Including Big Invasion
Next Year, (New
York Times), 28.4.2002, S. 1 [Für den Fall eines US-Krieges
gegen den Irak rechnen einzelne Nachbarländer mit erheblichen
ökonomische Verlusten durch Ausfall der billigen Ölimporte aus
dem Irak.]
-
29.04.2002
Emir Halilovic, Report reveals a wild card in arms trade, http://www.ceebiz.com/user/article.asp?ArticleID=148343
; Julian Borger, Iraq rearming for war, say defectors, Guardian, 29.4.2002.
-
02.05.2002
N.N., U.S. Drops Last Link of Iraq to 9/11, (New York Times),
2.5.2002
-
05.05.2002
Trotz der irakischen Signale zum Einlenken erklärte der US-Außenminister
Colin Powell am 5. Mai 2002, daß die US-Regierung das Regime von
Saddam Hussein auch dann stürzen wolle, wenn er in der Frage der
Inspektionen die von ihm geforderten Zugeständnisse machen sollte:
"Die US Politik zielt darauf ab, daß - unabhängig davon was die
Inspektoren leisten könnten - das Volk des Irak und die Menschen
in der Region besser leben könnten mit einem anderen Regime in
Bagdad," erklärte Powell.
[Brian Whitaker, US wants to oust Saddam even if he makes concessions,
Guardian, 6.5.2002,
http://www.guardian.co.uk/Print/0,3858,4408022,00.html
]
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20.05.2002
US-Angriffe auf die irakische Luftverteidigung: Südirak (As-Salman)
/ Luftverteidigungsradar
[Charles Aldinger, U.S. Enforces Iraq 'No-Fly'-Zone, Washington
Times, 21.5.2002, S. 11]
-
22.05.2002
US-Angriffe auf die irakische Luftverteidigung: ? / Kommandozentrale,
FlaRak-Stellung
[Tim Ripley, Iraq Bombed Again, Air Forces
Monthly, August 2002, S. 17]
-
25.05.2002
Unter dem Kodenamen PROMINENT HAMMER entwickeln die Generalstabsoffiziere
der Joint Chiefs of Staff und des Office of Strategic Planning
im Pentagon sowie von der Abteilung J-5 im Hauptquartier des Central
Command (CENTCOM) in Tampa (Florida) verschiedene Optionen. Grundlage
bilden vorhandene Schubladenpläne wie der Operation Plan OPLAN
1003-98 und der Concept Plan CONPLAN 1025-98.
[Giles Whittell, Pentagon retreats from plan to attack Bagdad,
Times, 25.5.2002]
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28.05.2002
US-Angriffe auf die irakische Luftverteidigung: Nordirak (Mosul)
/ Flugabwehrstellung
[AP, Planes Attack Iraqi Air Defenses, Washington Post,
29.5.2002, S. 14]
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30.05.2002
US-Angriffe auf die irakische Luftverteidigung: Südirak / Radarstellung
[Tim Ripley, Iraq Bombed Again, Air
Forces Monthly, August 2002, S. 17]
-
14.06.2002
US-Angriffe auf die irakische Luftverteidigung: Südirak (Amarah)
/ Radarstellung
[Reuters, Iraq Says U.S., British Jets Hit Civilian Areas, Washington Post, 17.6.2002,
S. 17]
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28.06.2002
US-Angriffe auf die irakische Luftverteidigung: Südirak / Kommandozentrale
[Reuters, U.S. Planes Attack Iraqi Command Center,
28.6.2002]
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05.05.2002
Am 5. Mai 2002 erklärte der amerikanische Geheimdienst CIA, ihm
lägen keine Erkenntnisse über eine direkte Verwicklung des Irak
in den internationalen Terrorismus vor. Nicht zuletzt hat die
Bush-Regierung schon vor den Terroranschlägen vom 11. September
2001 einen Krieg gegen den Irak erwogen.
[STRATFOR, United States Weighs Strike on Iraq, STRATFOR, 27.7.2001.]
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02.06.2002
Am 2. Juni 2002 verlangte Präsident Georg W. Bush in einer programmatischen
Rede vor Absolventen der US-Militärakademie
West Point, "jeder Zeit bereit zu sein, um ohne Zeitverlust
in jeder dunklen Ecke der Welt zuschlagen zu können. Unsere Sicherheit
verlangt von allen Amerikanern, resolut nach vorn zu schauen und
bereit für präventive Schläge zu sein, wann immer das notwendig
ist, um unsere Freiheit und unser Leben zu verteidigen". "Der
Krieg gegen den Terror wird nicht in der Defensive gewonnen",
so der US-Präsident, "wir müssen die Schlacht auf dem Boden der
Feinde führen,ihre Pläne vereiteln und den schlimmsten Bedrohungen
begegnen, bevor sie auftauchen". Diesen Worten lassen derzeit
verschiedene grundlegende US-Militärstrategien Taten folgen.
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13.06.2002
STRATFOR, Iraq Opposition GroupPositioning Itself with Washington,
STRATFOR, 13.6.2002
-
28.06.2002
Riyad Alam-al-Din, Qusay Says Sept. 11 'Picnic' Compared to Saddam's
Wrath, Al-Watan al-Arabi, 28.6.2002.
-
29.06.2002
AFP, US deploy soldiers, Hindustan Times, 29.6.2002.
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04.07.2002
N.N., 3000 US troops on Iraqi Turkish border, Turkish
Daily News, 4.7.2002.
Bereits mehrfach intervenierten die türkischen Streitkräfte im
Nordirak. Siehe: ami 7-8/1997, S. 32-37
-
05.07.2002
Am 5. Juli veröffentlichte die New York Times einen
Bericht, in dem die Planungen des Pentagon für einen Krieg gegen
den Irak preisgegeben wurden (siehe "USA
planen Angriff auf Irak von drei Seiten"). Zehntausende von
amerikanischen Marines und anderen Bodentruppen sollen sich ihren
Weg ins Innere des Irak freikämpfen, heißt es unter Berufung auf
ein geheimes Planungsdokument des US-Zentralkommandos in Tampa,
Florida. Von dort soll der nächste Krieg gegen den Irak geleitet
werden. Unterstützt von schlagkräftigen Luft- und Seestreitkräften
soll der US-amerikanische Angriff mit bis zu 250.000 Mann von
drei Seiten geführt werden, vom Norden, Süden und vom Westen.
US-Spezialeinheiten oder CIA-geführte Operationen würden im Hinterland
des Irak Depots und Waffenlager angreifen. Der größte Teil der
US-Bodentruppen soll Irak von Kuwait aus überfallen, wo Fuchs-Spürpanzer
der deutschen Bundeswehr schon seit letztem Jahr bereitstehen.
Ein Zeitpunkt für den Angriff ist in dem Dokument nicht angegeben.
Bisher gab es aber verschiedentlich Spekulationen, die entweder
den Oktober d.J. (also vor den US-Kongressteilwahlen im November)
oder den Februar 2003 prognostizieren.
Die überregionalen Zeitungen in der Bundesrepublik berichteten
über diesen Artikel einen Tag später.
Am selben Tag, an dem die New York Times die Kriegsplanungen enthüllte,
ging ein erstes Verhandlungstreffen zwischen UNO (in Person des
Generalsekretärs Kofi Annan) und Irak (dessen Außenminister Naji
Sabri) in Wien ohne Ergebnis zu Ende. Während die UN-Delegation
bemüht ist, eine Vereinbarung zu erzielen, damit wieder Waffenkontrolleure
in das Land dürfen, versucht der Irak, diese Frage mit dem Embargoproblem
zu verbinden. Für die "kommenden Monate" sei ein neues Treffen
in Europa anvisiert, sagte ein Sprecher von Kofi Annan in New
York.
[Eric Schmitt,U.S. Plan for Iraq is said to include Attack on
3 Sides, (New York Times),
5.7.2002 ]
Am 6. Juli 2002 brachten es die deutschen Zeitungen: Die New
York Times enthüllte am Vortag geheime Pläne des Pentagon zur
militärischen Eroberung des Irak.
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07.07.2002
AFP, Iraq blames U.S. for Failure of U.N. talks, (New York Times),
7.7.2002
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08.07.2002
Am 8. Juli erläuterte US-Präsident Bush noch einmal seine
Essentials zur Irak-Frage. Danach ist ein "Regierungswechsel"
ein "festes Ziel" seiner Regierung. "Und wir werden alle Mittel
nutzen, die uns zur Verfügung stehen, um dies zu erreichen." Die
Meldung der New York Times vom 5. Juli über die Planungen des
Pentagon ließ Bush unkommentiert.
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08.07.2002
Der Spiegel
erschien am 8.7.02 mit dem Aufmacher "Der neue Raubtierkapitalismus
- Mit Gier und Größenwahn in die Pleite", in dem Parallelen zwischen
1929 und 2002 hergestellt wurden. Der Titel beschreibt zutreffend
die derzeitige Verfassung der US-Wirtschaft. Einer der führenden
US-Ökonomen, Paul Krugmann, erklärte Anfang 2002, dass sich die
Enron-Pleite einmal rückblickend als bedeutsamerer Wendepunkt
für die US-Gesellschaft erweisen würde als der Einsturz des World
Trade Centers.
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10.07.2002
Im Fall eines Angriffs auf den Irak wollen die USA auch Jordanien
als Stützpunkt benutzen, schrieb die New York Times
am 10. Juli. Jordanien könnte Ausgangspunkt für Luftangriffe
und Kommandoeinsätze sein. Das Blatt berichtete weiter, dass darüber
aber noch keine Verhandlungen zwischen USA und Jordanien geführt
worden seien. Jordaniens Informationsminister Mohammad el Adwan
hatt am 8. Juli erklärt, Jordanien mische sich nicht in die inneren
Angelegenheiten eines Bruderstaates ein; eine Stationierung von
US-Truppen für einen Angriff auf Irak käme nicht in Frage.
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11.07.2002
Richard Beeston, Exiled Generals prepare for march on Baghdad,
London Times, 11.7.2002
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12.07.2002
Am 12. Juli beginnt ein Treffen von etwa 70 oppositionellen
Offizieren aus dem Irak in London, um über den Sturz Saddam Husseins
zu beraten. Dies sagte ein Sprecher der Vereinigung Iraqi National
Congress (INC) am 11. Juli gegenüber der Presse. Organisator des
Treffens ist der frühere Generalmajor Tawfiq Yassir, der sich
schon einmal, 1991, mit Armeeeinheiten an einem gescheiterten
Putschversuch gegen Saddam beteilgt hatte. Das britische Außenministerium
bestätigte die Einladung zum Treffen und sagte, man werde als
Beobachter teilnehmen.
Autralien hat den USA vorbehaltlose Unterstützung zugesagt im
Fall eines Angriffs auf Irak. Man müsse der Produktion von Massenvernichtungsmitteln
in Irak ein Ende setzen, sagte der australische Außenminister
Alexander Downer am 12. Juli in Washington.
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13.07.2002
Am 13. Juli sind bei Angriffen US-amerikanischer und britischer
Kampfflugzeuge in Südirak sieben Zivilisten verletzt worden, behauptete
die Regierung in Bagdad. Die USA bestätigten lediglich den Angriff.
Es habe sich um einen Einsatz gegen eine irakische Luftabwehrstellung
gehandelt.
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15.07.2002
Am 15. Juli berichtete die israelische
Zeitung Haaretz, Syrien kaufe unter Umgehung des UN-Waffenembargos heimlich Waffen
für den Irak. Die meisten Waffenkäufe würden in Osteuropa (z.B.
Tschechien, Russland) gekauft.
Zum Abschluss der Konferenz von Oppositionellen in London haben
sich mehr als 60 ehemalige irakische Offiziere für den Sturz Saddams
und dessen Überstellung an ein Kriegsverbrechertribunal ausgesprochen.
Außerdem hieß es, die Offiziere hätten einen 15-köpfigen Militärrat
gebildet.
Der jordanische König Abdullah hat vor einem Alleingang der USA
gegen Irak gewarnt. In einem Interview, das der US-Fernsehsender NBC "am
15. Juli ausstrahlte, sprach er sich für einen "Dialog" aus.
Ein Angriff auf den Irak könne für den Nahen Osten schwere Folgen
haben, solange der palästinensisch-israelische Konflikt nicht
gelöst sei. "Die Anspannung könnte für den Nahen Osten zu stark
sein."
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15.07.2002
Wie Otfried Nassauer in der Frankfurter Rundschau-Dokumentation
am 15.7.02 ausführlich dargelegt hat, entsteht am 1.10.02 ein
neues militärisches US-Machtzentrum, "ein Oberkommando, dem Frühwarnsysteme
und Satelliten, Raketenabwehrsysteme und strategische Angriffs-
raketen, strategische Mittel für konventionelle und nukleare Angriffsoptionen
unterstellt werden. Washington plant eine integrierte Kommandozentrale
für - auch präventive - strategische Angriffe, strategische Vergeltungsangriffe
und strategische Verteidigung".
Am 1. Oktober 2002 bereits wird die Welt neu aufgeteilt. Es wird
zum ersten Mal in der Geschichte keinen Winkel der Erde mehr geben,
der nicht unter einem der nationalen Militäroberkommandos der
USA steht. Für die Verteidigung Nordamerikas wird ein militärisches
Oberkommando (NORTHCOM) völlig neu eingerichtet. Die Zuständigkeit
des Oberkommandos Europa (EUCOM), dem bereits jetzt der größte
Teil Afrikas untersteht, wird künftig erstmals auch den ehemaligen
Konkurrenten Russland umfassen, zum Pazifischen Oberkommando (PACOM)
kommt die Antarktis hinzu. Unverändert bleiben die Zuständigkeiten
für Mittel- und Südamerika (SOUTHCOM) sowie für Nordostafrika,
Persischer Golf, Zentralasien und Pakistan (CENTCOM).
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15.07.2002
"Das politische Washington neigt immer mehr zu der Schlussfolgerung,
dass Europa weder politisch noch militärisch ein ernsthafter Partner
bei der Gestaltung von Weltordnung sein will, dass Europa sich
der Übernahme globaler Verantwortung entzieht. Die Passivität
der europäischen Staaten muss umso mehr erstaunen, da die Politik
der Regierung Bush dem Prinzip der europäischen Integration -
der zunehmenden Verrechtlichung internationaler Beziehungen -
zuwiderläuft und die Grundinteressen europäischer Außen- und Sicherheitspolitik,
Multilateralismus und Multipolarität, immer deutlicher negiert",
bilanziert Otfried Nassauer (Frankfurter
Rundschau, 15.7.02).
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16.07.2002
Am 16. Juli haben US- und britische Kampfflugzeuge eine mobile
Radaranlage in Südirak bombardiert. Nach irakischen Angaben wurde
dabei ein Zivilist getötet.
Der US-Vize-Verteidigungsminister Paul Wolfowitz sprach mit türkischen
Regierungsvertretern über einen bevorstehenden Krieg gegen Irak.
Es ging um einen türkischen Beitrag dazu. Die Türkei verhält sich
aber sehr reserviert. Vor allem hat sie Angst vor der Bildung
eines kurdischen Staates im Norden Iraks; dies könnte in Ostanatolien
die Unabhängigkeitsbestrebungen der Kurden neu beleben.
Der britische Premierminister Tony Blair warnte im Unterhaus vor
der irakischen Bedrohung mit Massenvernichtungswaffen. Er dementierte
aber Meldungen, wonach eine Entscheidung über den Krieg bereits
gefallen sei.
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16.07.2002
"Ein "unter der Rubrik `Finanzmärkte´ sehr versteckter Artikel
weist am 16. Juli darauf hin, dass an den Terminbörsen in London
und New York ein atypischer Preisanstieg bei kurzzeitig fälligen
Ölkontrakten zu verzeichnen sei. Börsianer fragen sich, ob da
Kräfte am Werk sein könnten, die mit baldigen Versorgungsschwierigkeiten
rechnen. Der Irak ist ein bedeutender Ölexporteur" .."Spekulationen
über einen Militärschlag. Am Ölmarkt wird mit einem baldigen Angriff
auf den Irak gerechnet." In: FAZ,
16. Juli 2002, S. 19
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17.07.2002
Die kuwaitische Zeitung Al-Qabas berichtete am 17.
Juli, Iraks Führung bereite sich intensiv auf einen US-amerikanischen
Angriff auf ihr Land vor. So wurden etwa Vorkehrungen gegen einen
Zusammenbruch des Strom- und Kommunikationsnetzes getroffen. Auch
seien Boden-Boden-Raketen nach Nordirak gebracht worden, die im
Fall einer Offensive der Kurden eingesetzt werden könnten (Süddeutsche Zeitung,
18.07.2002). In einer Rede an die Nation sagte Saddam Hussein
am 17. Juli an die Adresse der USA: "Ihr werdet mich niemals besiegen".
Die Vereinigten Emirate, die noch vor Wochen wie Jordanien vor
einem US-Angriff gewarnt hatten, erhielten am 17.Juli von Washington
eine Zusage von Rüstungslieferungen im Wert von 1,5 Mrd. Euro.
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17.07.2002
Der britische Premier Tony Blair sprach am 17. Juli im britischen
Unterhaus davon, dass ein neues Mandat der Vereinten Nationen
nicht notwendig sei um Krieg gegen Irak zu führen. Allerdings
müssten sich die USA im Rahmen des internationalen Rechts bewegen.
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17.07.2002
Am 17.7.2002 veröffentlichte die Los
Angeles Times Auszüge aus den neuesten Richtlinien
zur Verteidigungsplanung (Defense Plannig Guidance) für die Jahre
2004-2009. Bisher gingen die US-Militär-Planungen davon aus, zwei
große Kriege an unterschiedlichen Orten gleichzeitig führen zu
können, mit dem neuen Dokument wird erstmals betont, an jedem
Ort der Welt "die Initiative zu ergreifen" und mit "nicht erwarteten
Angriffen" Gegner künftig zu überraschen.
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18.07.2002
ZNET Iraq Watch: Lefko:
What About Children In Iraq? July 18, 2002
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18.07.2002
Am 18. Juli berichtete die Süddeutsche Zeitung von
einem Memorandum des US-Verteidigungsministers Ronald Rumsfeld
vom 12. Juli, wonach Bedienstete des Pentagon mit Gefängnis bestraft
werden könnten, wenn sie geheime Informationen insbesondere über
die Kriegsplanung gegen den Irak an die Öffentlichkeit weiter
gegeben sollten. Die Veröffentlichung vertraulicher Mitteilungen
nutze dem Terrornetzwerk Al Qaida. Rumsfeld zeigte sich besonders
verärgert über den vor kurzem in der New York Times veröffentlichten
Bericht
über die Militärplanung eines Angriffs auf den Irak.
Am 18. Juli sagte der kuwaitische Verteidigungsminister Scheich
Dschabir el Mubarak, sein Land unterstütze die US-Kriegsdrohungen
gegen Irak nicht. Unterstützung sagte er aber für den Fall zu,
dass die Vereinten Nationen eine n Angriff beschließen würden.
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19.07.2002
Sollten die USA den Irak demnächst angreifen, dann geht es
in erster Linie um Innenpolitik. Dies ist das Resümee eines Artikels
von Wolfgang Koydl ["Bereit fürs Abenteuer in Bagdad"] in der
Süddeutschen Zeitung vom 19. Juli. Ausschlaggebend
für den Zeitpunkt des angekündigten US-Krieges seien: "amerikanische
Meinungsumfragen, die Kurse an der Wall Street und der Sitzungskalender
von Senat und Repräsentantenhaus." Koydl vermutet, dass die Enthüllungen
über die Insider-Geschäfte von Vizepräsident Cheney und Bush himself
genauso an der Popularität des Präsidenten kratzen wie der "stotternde"
volkswirtschaftliche Motor: "Gründe für einen Befreiungsschlag
der Regierung Bush". Koydl: "Ein Krieg belebt nicht nur die Ökonomie,
er lenkt auch vortrefflich von den Niederungen echter oder vermeintlicher
Skandale ab." Auch wolle sich der Kongress in die Kriegsvorbereitung
einschalten. Er möchte jedenfalls noch vor der Sommerpause gefragt
werden. Dabei geht es dem Kongress nicht um Einwände gegen den
Krieg, man möchte nur vorher gefragt werden und nicht hinterher
aus der Zeitung oder über CNN erfahren, dass der Krieg bereits
begonnen habe. Vieles spräche dafür, dass Bush den Angriff noch
vor den November-Wahlen plant.
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19.07.2002
Nach Informationen des britischen Daily Telegraph vom 19. Juli
plant das britische Verteidigungsministerium für September die
massenhafte Einberufung von Reservisten. Die Vorbereitungen für
einen Militäreinsatz gegen Irak würden intensiviert. Zudem sollen
1.500 Soldaten von der NATO-Eingreiftruppe abgezogen werden. Diese
Entscheidung, so heißt es weiter, sei bereits vor einem Monat
getroffen worden (damals gab die Regierung den Abzug von 1.700
Soldaten aus Afghanistan bekannt). Ferner wurden 3.000 Mitglieder
einer Panzerdivision aus Polen abgezogen.
Nach Informationen der arabischen Zeitung Al Hayat vom 19. Juli hat die Türkei
als Gegenleistung für eine Unterstützung der US-Pläne zum Sturz
Saddam Husseins Militärhilfe und politische Unterstützung in der
Zypern-Frage und bei der Annäherung an die EU gefordert. In dem
Bericht hieß es unter Berufung auf einen hohen türkischen Beamten
außerdem, der stellvertretende US-Verteidigungsminiszer Paul Wolfowitz
habe bei seinem Besuch in Ankara in Bezug auf einen Irak-Konflikt
betont, für die USA gelte: "wer nicht für uns ist, ist gegen uns".
In derselben Zeitung hieß es, ein US-Angriff werde zu Beginn des
kommenden Jahres stattfinden, und zwar mithilfe der irakischen
Opposition von Südirak aus. (Der Standard, 20./21.07.2002)
-
20.07.2002
Bei einem Truppenbesuch in New York hat Präsident Bush am
20. Juli den Irak gewarnt, die USA würden einer Bedrohung durch
Massenvernichtungswaffen nicht tatenlos zusehen. Bush nannte den
Irak nicht beim Namen, es war aber klar, dass er dieses Land meinte,
als er "Terroristen und Tyrannen" den Kampf ansagte. Die USA seien
von dunklen Terrornetzwerken und Regimen bedroht, die nach Massenvernichtungswaffen
trachteten und ihre Waffenprogramme vor der Welt versteckten.
Dieselben Regime hätten ihre "wahre Natur" gezeigt, indem sie
ihre Bürger folterten und abschlachteten. "Tyrannen und Terroristen"
hätten eines gemein: Weder Menschlichkeit noch ein Gewissen hielten
sie zurück. "Bei solchen Feinden können wir nicht ruhig da sitzen
und auf das Beste hoffen", sagte Bush. Die USA müssten gegen die
Bedrohungen vorgehen, bevor sie sich voll entfalteten. "Wir werden
Diplomatie anwenden, wenn es möglich ist, und Gewalt, wenn es
nötig ist. Wir werden uns mit Besonnenheit vorbereiten und entschlossen
handeln." (zit.
nach Süddeutsche Zeitung,
22.07.2002).
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21.07.2002
Am 21. Juli warnte der türkische Ministerpräsident im Staatsfernsehen
die USA vor den Risiken eines Angriffs auf den Irak. Washington
riskiere einen "sehr langen Krieg", denn Irak sei trotz Embargos
stark genug, um sich zur Wehr zu setzen. Die USA seien gut beraten,
wenn sie Alternativen prüfen würden, wie man gegen das Regime
in Bagdad vorgehen könne. Nach einem Bericht des Sunday
Mirror vom 21. Juli haben britische Militärs vor einer
"hastigen" Militäraktion gegen Irak gewarnt. Ohne ausreichendes
Training und die nötige logistische Unterstützung könnten britische
Bodentruppen "riesige Verluste" erleiden. Die USA hätten Blair
mitgeteilt, so heißt es in dem Artikel weiter, dass sie auf 30.000
britische Soldaten zählen. Diese sollten das US-Kontingent von
mehr als 200.000 Soldaten unterstützen. Londoner Militärexperten
machen sich Sorgen um die politische Instabilität in der Türkei
- von dort aus müssten die Angriffe hauptsächlich geführt werden.
Außerdem sei kein "Endziel" sichtbar.
-
22.07.2002
ZNET Iraq Watch: Van
Sponneck: Call Bush's Bluff July 22, 2002
During the 17 months of the Bush administration just about everything
has gone wrong for the US government in preparing the public for
military strikes against Iraq.
-
23.07.2002
"Vor einem Irak-Feldzug dürfen die Europäer nicht nur murren,
sie müssen die USA unter Druck setzen", fordert Stefan Kornelius
in der Süddeutsche Zeitung (23.7.02)
und führt aus:
"Die Europäer reagieren auf die Vorstellung von einem neuen Krieg
am Golf apathisch: Sie stellen resigniert fest, dass es sich nur
noch um eine Terminfrage handle. Im Grundsatz sei die Entscheidung
über den Einsatz gefallen. Diese Einstellung ist aber falsch,
weil sie Europas Einfluss mutwillig verkleinert und gleichzeitig
immenses Konfliktpotenzial in die Gesellschaften trägt". Wer,
wie die europäischen Regierungen dies derzeit tun, den Kopf in
den Sand steckt, wird bald mit den Zähnen knirschen.
-
23.07.2002
Am 23. Juli sagte US-Verteidigungsminister Donald Rumsfeld
in Washington, ein Angriff auf den Irak wäre ein Akt der Selbstverteidigung.
Er stelle in Frage, so wird er von der Süddeutschen Zeitung zitiert
(SZ 24.07.2002),
ob "freie Menschen im 21. Jahrhundert" auf einen feindlichen Angriff
warten sollten, bei dem möglicherweise Millionen von Menschen
getötet würden. Stattdessen sei es angebracht, die Beschaffung
von Massenvernichtungsmittel durch in Frage kommende Staaten zu
beobachten und darauf als "Selbstverteidigung" zu reagieren.
Nach einem Bericht der Washington Post vom 23. Juli
soll die US-Regierung ihre Iran-Politik geändert haben, teilten
die Süddeutsche Zeitung
und die Frankfurter Rundschau am 24. Juli
mit. Statt einer Zusammenarbeit mit dem iranischen Präsidenten
Mohammed Chatami wollten die USA künftig nur noch mit Bürgerrechtlern
und der Bevölkerung direkt zusammenarbeiten. Dies berichtete die
Süddeutsche Zeitung am 24. Juli.
Einen Tag später brachte die Frankfurter Rundschau das Dementi
der US-Regierung. Sie wollen keineswegs die Zusammenarbeit mit
Chatami aufkündigen. Sie wollen sich aber direkter an das Volk
wenden, um Reformen zu erreichen. Zugleich wollten sie die gewählten
Führer Irans auffordern, den Wünschen des Volks nach Demokratie
und Freiheit nachzukommen. (Frankfurter Rundschau, 25.07.2002)
US-Flugzeuge bombardierten am 23. Juli erneut Fernmelde-Einrichtungen
in der südirakischen sog. Flugverbotszone. Als Grund wurden "feindliche
Aktionen" vom Boden während der routinemäßigen US-Kontrollflüge
angegeben.
-
25.07.2002
junge Welt vom 25. Juli 2002
/
"Das Internationale Aktionszentrum (IAC) in Washington D.C. ruft
weltweit die Antikriegsbewegung auf, alle Kräfte zu mobilisieren,
um einen neuen US-Krieg gegen den Irak zu stoppen. Es sei ein
"Muß für alle fortschrittlichen Arbeiter- und Antikriegsorganisationen,
den angekündigten Krieg jetzt zu stoppen", schreibt Brian Becker,
Direktor des IAC, in einem via Internet (http://www.iacenter.org/) verbreiteten
Aufruf. Die Bush-Regierung meine den Angriff auf den Irak zwar
ernst und wolle die irakische Regierung stürzen, um "ein Marionettenregime
wie in Afghanistan zu installieren", heißt es dort. Dennoch gäbe
es in den USA und weltweit genügend Möglichkeiten, eine solche
Invasion zu verhindern. "
-
26.07.2002
Die türkische Zeitung Cumhuriyet berichtete am 26.
Juli, dass die türkische Regierung die USA bei einem Angriff
auf Irak doch unterstützen wolle. Die Operation solle aber "so
begrenzt wie möglich" sein. Dies sei als Ergebnis aus den Beratungen
des Nationalen Sicherheitsrates herausgekommen. Offizielle verlautete
nur, der Sicherheitsrat habe sich mit dem Irak befasst. Nach dem
Zeitungsbericht geht die türkische Regierung davon aus, dass Washington
zum Krieg entschlossen sei. Die Türkei lehne zwar ein gewaltsames
Vorgehen gegen Irak weiterhin ab, sie sei aber nicht in der Lage,
dem Bündnispartner USA die Nutzung des Stützpunkts Incirlik nahe
der südtürkischen Stadt Adana zu verweigern. Von hier starten
seit über 10 Jahren britische und US-Flugzeuge bei ihren "Überwachungsflügen"
über Nordirak. Ankara fürchtet die Abspaltung Nordiraks und die
Entstehung eines kurdischen Staates an der eigenen Südgrenze.
Dies wäre für die Türkei ein Kriegsgrund.
Die türkische Zeiutung Aksam, die über sehr gute Kontakte
zur Regierung verfügt, berichtete ebenfalls am 26. Juli, dass
im Falle eines US-Krieges türkische Truppe als eine Art "Ordnungsmacht"
in den Norden Iraks vordringen würden, "um die Flüchtlingsströme
zu stoppen". - Der US-Kongress beschloss, der Türkei 228 Mio.
Dollar für ihren Afghanistan-Einsatz zu gewähren; der größte Teil
des Geldes gilt aber als "generelle Unterstützung" für die Türkei.
Die Türkei ist auf Finanzhilfe dringend angewiesen. (Süddeutsche Zeitung. 27./28.07.2002)
-
26.07.2002
Der "Freitag" brachte am 26. Juli
2002 einen Artikel von Michael Jäger, in dem auf die Dringlichkeit
breiten Protestes gegen den drohenden Krieg im Irak hingewiesen
wird / "Der Irak ist ein bedeutender Ölexporteur: In Falle
eines Krieges würde er die Ausfuhren vermutlich einstellen", schrieb
Michael Jäger in der Wochenzeitung "Freitag" ("Krieg im Herbst?",
26.7.02)." [Krieg im Herbst? Anzeichen, Möglichkeiten, Gefahren
- Der bevorstehende Militärschlag gegen den Irak muss das wichtigste
Wahlkampfthema sein]
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26.07.2002
ZNET Iraq Watch: Pitt:
Coming War In Iraq July 26, 2002
A conversation with Scott Ritter
-
27.07.2002
Die britische Zeitung "The Guardian" berichtete
am 27. Juli, Ton Blair habe dem US-Präsidenten "im Prinzip" die
volle militärische Unterstützung für einen Angriff gegen Irak
zugesagt. Blair sagte aber auch, ein Angriff stehe nicht unmittelbar
bevor. Der Guardian hält einen Angriff für Oktober für möglich.
-
28.07.2002
Nach einer Meinungsumfrage der Sunday Times, die am
28. Juli veröffentlicht wurde, plädieren 40 Prozent der Briten
für einen Militärschlag gegen Irak, 51 Prozent sind dagegen. Im
März 2002 waren bei einer gleichlautenden Umfrage 45 Prozent dafür
und 43 Prozent dagegen. Im Parlament dürfte Blair aber über eine
satte Mehrheit verfügen. Unterdessen forderte der Irak Blair auf,
den Vorwurf der Produktion von Massenvernichtungswaffen zu belegen.
Bagdad schlug vor, britische Experten könnten ins Land kommen
und nach Produktionsstätten suchen. (Frankfurter Rundschau,
29.07.2002)
-
28.07.2002
Am 28. Juli gab das US-Außenministerium bekannt, dass für den
9. oder 16. August Vertreter der wichtigsten irakischen Oppositionsbewegungen
zu Gesprächen mit Mitgliedern des Kongresses eingeladen würden.
Ziel sei es, die nächsten Schritte mit ihnen abzusprechen. Zu
den Eingeladenen gehören: Die Patriotische Union Kurdistans (PUK),
die Demokratische Partei Kurdistans (KDP), die Oberste Versammlung
der islamischen Revolution (die wichtigste Oppositionsbewegung
der irakischen Schiiten), die Bewegung für Nationale Einigung
sowie die Irakische Nationale Koalition (INC).
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28.07.2002
Am 28. Juli haben britische und US-Kampfflugzeuge einen irakischen
Fernmeldebunker angegriffen, meldete einen Tag später das US-Kommando
Mitte.
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29.07.2002
Die schwedische Zeitung Svenska Dagbladet berichtete
am 29. Juli, die USA hätten seinerzeit versucht, durch Infiltration
der Unscom mit zwei US-Agenten Material über die Aufenthaltsorte
des Machthabers Saddam Hussein zu erhalten. Die Unscom-Einheit
war nach dem Golfkrieg 1991 gebildet worden, um die Waffeninspektionen
im Irak durchzuführen. Spionagetätigkeiten gehörten nicht zu ihrer
Aufgabe.
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30.07.2002
ZNET Iraq Watch: Ritter:
What does Iraq Have to Hide? July 30, 2002
Iraq is no threat to anybody
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30.07.2002
Am 30 Juli schrieb die Süddeutsche Zeitung, zwei
der führenden unabhängigen Forschungsinstitute in London, das
Centre for Global Energy Studies (CGES) und die Economist Intelligence
Unit (EIU) sähen einem Angriff gegen den Irak mit Gelassenheit
entgegen. Sie erwarten einen Krieg aber erst in der ersten Jahreshälfte
2003. Auch der Öl-Markt habe sich auf einen neuen Golfkrieg eingestellt.
Der Ölpreis werde weiter steigen, aber dies sei nur ein Zwischenhoch.
Risiken lägen allein im Verhalten Saddam Husseins und des Iran.
Im Fall eines Krieges könnte der Irak z.B. versuchen, die Öl-Förderanlagen
Kuwaits zu zerschießen. Schwer zu verkraften wäre für den Ölmarkt
auch, wenn sich der Iran mit Irak solidarisieren würde. Die größte
Gefahr sei aber, wenn Irak Israel angreifen würde und Israel mit
einem Gegenschlag reagieren würde. Damit käme die Nahostfrage
ins Spiel. Es könne aber alles auch kurz gehen: Saddam Hussein
würde gestürzt, die irakische Bevölkerung würde das System nicht
mehr unterstützen und der Krieg wäre nach längstens zwei Monaten
zu Ende.
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30.07.2002
In einem Gastbeitrag der Frankfurter
Rundschau
am 30 Juli behauptet Hans von Sponeck, der frühere Koordinator
der Vereinten Nationen für humanitäre Hilfe in Irak, der Irak
habe nicht die Kapazitäten, Massenvernichtungswaffen herzustellen.
"Wirklich besorgniserregend" sei, dass die USA dies wüssten und
dennoch den Krieg gegen Irak vorbereiteten.
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30.07.2002
Beim deutsch-französischen Gipfeltreffen zwischen Chirac und
Schröder am 30. Juli wurde übereinstimmend erklärt, jedes militärische
Vorgehen gegen Irak bedürfe einer Legitimierung durch die UNO.
Schröder sagte, US-Präsident Bush habe zugesichert, vor Militäraktionen
die NATO-Verbündeten zu konsultieren. Der SPD-Außenpolitiker Hans-Ulrich
Klose sagte am selben Tag im Kölner Stadtanzeiger dagegen, bei
einem möglichen US-Angriff auf Irak könnten auch deutsche Soldaten
beteiligt sein - auch ohne UN-Mandat.
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31.07.2002
Die deutsche Bundesregierung widerspricht am 31. Juli Hans-Ulrich
Klose. Regierungssprecher Uwe-Karsten Heye sagte, die Bundesrepublik
beteilige sich nicht an Vorbereitungen für einen möglichen US-Angriff.
Bei Kloses Meinung handele es sich um eine "Einzelmeinung eines
Abgeordneten".
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31.07.2002
Der Irak hat am 31. Juli allen Staaten Wirtschaftssanktionen
angedroht, die einen US-Krieg gegen Irak befürworten oder unterstützen.
Als erstes Land ist Australien betroffen. Der Irak kündigte vor
wenigen Tagen die Halbierung der Weizeneinkäufe in Australien
an (Wert 8,5 Mio. Euro pro Jahr), nachdem Australien den USA das
Recht auf einen Angriff gegen Irak zugebilligt hatte.
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31.07.2002
Der außenpolitische Ausschuss des US-Senats begann am 31. Juli
mit Anhörungen zu einem möglichen Angriff auf den Irak. Man wolle
sich mit Szenarien beschäftigen, wie es nach einem Krieg in Bagdad
weitergehen könne. Gehört werden sollen ehemalige Militärs und
Wissenschaftler. Die US-Regierung lehnte eine Teilnahme als verfrüht
ab.
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01.08.2002
Am 1. August begannen im US-Senat die Anhörungen zum bevorstehenden
Krieg gegen den Irak. Dabei sind erhebliche Bedenken gegen einen
Angriff geäußert worden. Der demokratische Senator Joseph Biden
sagte z.B., die "Risiken des Handelns gegen die des Nicht-Handelns"
müssten abgewogen werden und es müsse geklärt werden, ob Irak
eine "unmittelbare Gefahr" für die USA darstelle. Der frühere
UN-Waffeninspekteur, der Australier Richard Butler hielt es für
kaum vorstellbar, dass Saddam Hussein eine Machtquelle wie die
Verfügung über chemische und biologische Waffen mit anderen teilen
würde. Er sagte: "Ich habe keinen Beweis dafür gesehen, dass Irak
nicht-irakischen Terrorgruppen Massenvernichtungswaffen zur Verfügung
stellt".
Am selben Tag berichtete die Washington Post über
Meinungsverschiedenheiten in der US-Regierung. Vizepräsident Dick
Cheney und Verteidigungsminister Donald Rumsfeld träten für ein
aggressives militärisches Vorgehen ein, während Außenminister
Colin Powell und CIA-Direktor George Tenet einer Militäraktion
skeptisch gegenüber stünden. Führende Militärs hielten auch die
bisherigen Maßnahmen (Politik der "Eindämmung" mit Sanktionen
und Überwachung der sog. Flugverbotszonen) für ausreichend, weil
erfolgreich.
In derselben Zeitung äußerte sich Jordaniens König Abdallah II.
dahingehend, dass es ein schrecklicher Fehler wäre, wenn die USA
die Warnungen ihrer Verbündeten missachten würde. Er sei aber
zuversichtlich, dass Bush "den großen Zusammenhang begreift, und
dass am Ende Frieden und Stabilität im Nahen Osten bei seinen
Überlegungen den Vorrang haben".
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01.08.2002
ZNET Iraq Watch: Solomon:
Bloody Media Game August 1, 2002
Remember when we remembered that the US was manipulating the inspections?
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01.08.2002
Der CDU-Außenpolitiker Karl Lamers sagte am 1. August im Inforradio Berlin-Brandenburg, die EU müsse einen Militärschlag
der USA gegen Irak verhindern. Europa müsse mit einer Stimme sprechen.
Im ZDF lehnte auch Bundeskanzler Schröder eine Teilnahme Deutschlands
an einem US-Angriff auf Irak ab.
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02.08.2002
Am 2. August überraschte die irakische Regierung mit einem
Angebot: In einem Schreiben an UN-Generalsekretär Kofi Annan lud
der irakische Außenminister Naji Sabri den Chef des internationalen
Inspetorenteams (Unmovic) Hans Blix zu "technischen Gesprächen"
nach Bagdad ein. Die Reise sollte möglichst bald stattfinden und
könne zur Wiederaufnahme der Waffeninsketionen führen, heißt es
in dem Brief. Die britische Regierung hält den brief in einer
ersten Reaktion für ein "Ablenkungsmanöver". Das russische Außenamt
sprach dagegen von einem "wichtigen Schritt".
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02.08.2002
ZNET Iraq Watch: Scahill:
Rumsfeld's Saddam August 2, 2002
Rumsfeld and Saddam are old friends
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02.08.2002
Der Sender CNN Türk berichtete
am 2. August, die Türkei bereite sich auf einen Irak-Krieg
vor. Die Behörden planten den Aufbau von insgesamt 16 Flüchtlingslagern
an der türkisch-irakischen Grenze. Zur gleichen Zeit betonte aber
die Regierung in Ankara, sie wolle nichts unversucht lassen, um
einen US-Angriff auf Irak zu verhindern.
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02.08.2002
Am 2. August meldet die FAZ in ihrem Frankfurter Lokalteil unter der Überschrift
"Amerikaner verstärken Militärtransportflüge": "Bis Ende August
wickeln die amerikanischen Streitkräfte über den Frankfurter Flughafen
bis zu 30 zusätzliche Flüge täglich ab. Das teilte der Lärmschutzbeauftragte
der Landesregierung, Johann Bruinier, der Stadt Frankfurt und
anderen Kommunalverwaltungen im Flughafenumkreis mit. Ein Viertel
der Transportflüge, die nach amerikanischen Angaben der Unterstützung
der Anti-Terror-Aktion 'Dauerhafter Frieden' gelten, findet zur
Nachtzeit statt - auch mit schweren und lauten Maschinen." Es
darf spekuliert werden, ob die zusätzlichen Flüge auch schon etwas
mit der Kriegsvorbereitung gegen den Irak zu tun haben.
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03.08.2002
Saudi-Arabien und Iran lehnen einen US-Angriff auf Irak ab.
Die Außenminister beider Länder, Prinz Saud el Faisal und Kamal
Charasi, forderten nach einem Treffen in Teheran eine "politische
und friedliche Lösung der Krise", berichtete der iranische Rundfunk
am 3. August.
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03.08.2002
Außenminister Joschka Fischer sprach sich am 3. August klar
gegen eine Militäraktion in Irak aus: "Jetzt so zu sagen zu meinen,
einen Regierungswechsel mit bewaffneter Intervention in Bagdad
herbeiführen zu müssen, halte ich für eine falsche Prioritätensetzung",
sagte Fischer in einem ZDF-Interview.
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04.08.2002
Der außenpolitische Experte Wolfgang Schäuble im "Kompetenzteam"
des Kanzlerkandidaten der Union, befürwortete in einem Interview
der "Bild am Sonntag" am 4. August eine deutsche
Beteiligung am US-Krieg gegen Irak. Er sagte u.a. wörtlich: "Sollte
es zu einer Aktion gegen den Irak kommen, würde dies auf Grund
einer klare Beschlusslage der Vereinten Nationen erfolgen." Und:
"Sie können davon ausgehen, dass sich Deutschland in diesem Fall
in einer angemessenen Form beteiligen würde."
04.08.2002
Der Chef der UN-Waffeninspektoren, Hans Blix, hat am 4. August
die irakische Einladung zu Gesprächen nach Bagdad ausgeschlagen.
Zunächst müsse Irak die Wiederaufnahme der 1998 ausgesetzten Waffeninspektionen
akzeptieren, sagte Blix in einem Interview mit der arabischen Zeitung "Al Hajat". Gespräche
mit der irakischen Regierung zum jetzigen Zeitpunkt würden "unbegründete
Hoffnungen wecken", sagte Blix. Die Lage würde noch schlimmer,
so Blix, wenn er jetzt nach Badgad reiste, und die Gespräche dann
scheiterten. Über die Form künftiger Inspektionen könne aber gesprochen
werden, sofern Irak die Resolutionen des UN-Sicherheitsrates akzeptiert.
Bei den jüngsten Verhandlungen mit der UNO habe Irak vier Bedingungen
für eine Wiederaufnahme der Inspektionen gestellt, sagte Blix
weiter: Gespräche über die Flugverbotszonen im Norden und Süden,
Ende der US-Drohungen bezüglich des Sturzes von Saddam Hussein,
Ende des UN-Embargos und die Abrüstung in der Region. Derzeit
könne "keine der vier Bedingungen erfüllt werden".
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04.08.2002
Bei einem Militärschlag gegen Irak würde es nach Einschätzung
des Deutschen Orient-Instituts Tausende Opfer auf beiden beiden
Seiten geben. "Intern rechnen die Amerikaner mit 40.000 Gefallenen",
sagte der Direktor des Instituts, Udo Steinbach, der "Bild
am Sonntag" am 4. August. Die USA und Großbritannien müssten
mit rund 250.000 Soldaten in das Land eindringen und sich auf
einen langen Einsatz mit Straßenkämpfen einrichten. Steinbach
glaubt, dass es in naher Zukunft einen Militärschlag geben wird:
"Ich gehe davon aus, dass es bald losgeht."
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04.08.2002
Auch der Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses im US-Senat
hält einen Krieg gegen Irak für wahrscheinlich. "Die Frage ist
nur, führen wir ihn allein oder mit anderen, und wie lange und
kostspielig wird er?", sagte der demokratische Senator Joseph
Biden am Sonntag dem Fernsehsender NBC. Die US-Regierung habe keine andere Wahl, "als
die Bedrohung zu eliminieren". Biden hatte in der vergangenen
Woche eine Anhörung zu der Frage geleitet, ob das Regime von Saddam
Hussein mit militärischer Gewalt gestürzt werden solle.
Iraks Staatschef Saddam Hussein plant nach Angaben der irakischen
Opposition Anschläge mit biologischen und chemischen Waffen auf
internationale Machtzentren. Er habe sein Waffenpotenzial ausgebaut
und verfüge unter anderem über das Ebola-Virus, sagte der Oppositiospolitiker
Ahmad Chalabi dem US-Fernsehsender Fox.
Dies berichtet die "netzeitung" am Abend des 4. August.
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06.08.2002
ZNET Iraq Watch: Monbiot:
Logic of Empire August 6, 2002
The US will go to war with Iraq because that's what Empires do
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08.08.2002
ZNET Iraq Watch: Solomon:
Threat of Peace August 8, 2002
Lucky for us, our media will be scrupulous in fending off the
threat of peace
Originaltext unter:http://mitglied.lycos.de/madok/news/iraknews/irak_chronik_krieges.htm
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